18.30, 20.30 , 22.30, 23.30
Eine szenische Begehung der Schweizerischen Theatersammlung STS
Eine Sammlung, ein Archiv, ein Museum – ein Hort des Wissens, eine Schatzkammer des Schönen, allzu oft eine Grabkammer oder ein Reliquienschrein, begraben unter sedimentiertem Staub. So gleicht das Bespielen eines kleinen, halbvergessenen Museums immer einer Expedition in unbekannte Katakomben. Noch unheimlicher wird diese Reise, wenn man sie in einem Theatermuseum unternimmt, denn hier treffen wir auf die Leichenresten von totem Theater, von Theater, das schon lange nicht mehr lebt.
Im Rahmen dieser Totenbeschwörung begegnen wir zwei Personen, die zum eigenwilligen Inventar der Sammlung gehören. Da ist zum einen der selber schon etwas angestaubte Experte, der wie ein Gruftwächter durch die Gänge schleicht – eigentlich begierig sein Wissen um totes Theater mit anderen zu teilen, aber wer setzt sich schon gern mit einem Gruftwächter zum Tee zusammen? Auf der anderen Seite begrüsst uns aufdringlich höflich und wenn auch nicht unbedingt fachkompetent, dafür sozial umso aktiver eine Hostesse, deren Anliegen es ist, Besucherströme möglichst effizient durch die Sammlung zu schleusen. Was aber passiert, wenn die beiden aufeinander treffen? Das ist zwangsläufig schon selbst wieder Theater! So wird aus der Gruft ein Spiegelkabinett und 2500 Jahre Kulturgeschichte kondensieren sich in der Frage, ob sie sich am Schluss kriegen oder töten.